erade steigt der Nebel über die gewaltigen Morgenberge im Osten Morneas auf. Langsam kriecht der perlgraue Nebelteppich über die Mündung des Flusses Ciar. Er wirft seinen bedrückend feuchten Mantel über schlammige Sümpfe, Vegetation und alte, von Menschenhand erbaute, geschwärzte Steinmauern. Der Nebel legt sich über Schlammtümpel und bedeckt eine traurige Stadt, deren höchste Türme das einzige sind, das sich aus dem düsteren Schleier zu recken vermag.
Es ist eine gewaltige, finstere Stadt und das Wehklagen des Windes hallt durch ihre trostlosen Gassen. Schließlich löst sich der dunkle Umriss von Kerkastel, Hauptstadt des Königreichs von Avalon, ganz aus dem Nebel. Von diesem Furcht einflößenden Sitz aus herrscht Lady Eleanor mit den tausend Masken unangefochten über ihr Volk und dessen Herren, die sieben Barone von Avalon.
Zwar mögen die Leiber der Avalonier ihrer Regentin gehören, ihre Seelen jedoch sind einzig der avalonischen Kirche verschrieben. Dem obersten Hüter des avalonischen Glaubens, Kardinal Augustus, begegnet ein jeder im Königreich mit Respekt, ja sogar mit Furcht, sei er nun Bauer oder Edelmann.
Er ist der Bewahrer eines Geheimnisses, welches Avalon mit einem sehr besonderen Wesen verbindet: dem Beathacrann. Der einzigartige Baum von Ehrfurcht gebietender Größe scheint von einem eigenen Willen beseelt zu sein und seine Zweige und Wurzeln erstrecken sich über ungeahnte Entfernungen in jede Himmelsrichtung.
Auf Grund eines düsteren Paktes, geschlossen mit dem Baum während der Entstehung Avalons, kann die Kirche ihren Anhängern finstere Gaben von scheinbar unbegrenzter Macht verleihen.
Doch ebenso wie die Kirche die skrupellosesten unter ihren Anhängern belohnt, so bestraft sie diejenigen, die sie der Ketzerei bezichtigt. Für diese fehlgeleiteten Irren ist der schnelle Tod durch die Hand eines Templers eines der drei Orden ein Gottesgeschenk, verglichen mit den ewigen Qualen, die jene erwartet, welche der „Fürsorge“ des Beathacrann anvertraut werden…